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Mit Liebesgedichten und Poesie Herzen bewegen!

liebesgedichte


Liebes Gedichte kennen wir vor allem aus der Romantik und der Goethezeit. Die Liebesgedichte gehen aber natürlich noch viel weiter zurück, denn schon im Mittelalter haben die Minnesänger ihren Gefühlen auf diese Weise Ausdruck verliehen. Walther von der Vogelweide ist in diesem Zusammenhang sicherlich jedermann ein Begriff. Francesco Petrarca hat im 14. Jh. der Liebeslyrik eine verbindliche Formsprache gegeben und drückte die aufwallenden und zu tiefst irrationalen Gefühle durch entsprechende Stilmittel wie Metaphern, Hyperbeln oder Antithesen aus. In den unterschiedlichen Literaturepochen wie Sturm und Drang oder dem Barock hatten die Liebesgedichte eine stets individuelle Färbung, doch nirgendwo ist die Dichtung der Liebe so mystisch, spiritualisiert und voller Sehnsucht wie in der Romantik. Die Transzendenz des Liebeserlebens wird in dem bekannten Gedicht „Mondnacht“ von Joseph Eichendorff (1788-1857) deutlich:

Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Etwas jünger und mit weniger melancholischem Tiefgang ist dieses Liebsgedicht von Ringelnatz (1883-1934):

Möchtest du meine Frau werden,
Da meine Haare schon grau werden,
Schon größtenteils sind?
Möchtest du über mich lachen?
Soll ich dir Freude machen?
Oder ein Kind?
Willst du die Peitsche spüren?
Soll ich dich ausführen?
Brauchst du Geld oder einen Rat?
Willst du mit mir spielen?
Oder gefielen oder missfielen
Dir Taten, die ich tat?
Warum bist du so still?
Soll ich dich beklagen?
Sag doch einmal: "Ich will......"
Oder sonst ein deutliches Wort.
Soll ich dich verjagen?
Ja. Geh zu!
Nein! - Du!
Bitte, bitte, geh nicht fort.

Wie metaphorisch, symbolisch und Bild-gewaltig manche Liebes Gedichte sind, zeigt dieses Gedicht von Heinrich Heine (1797-1856):

Dass du mich liebst, das wusst ich,
Ich hatt es längst entdeckt;
Doch als du mir's gestanden,
Hat es mich tief erschreckt.
Ich stieg wohl auf die Berge
Und jubelte und sang;
Ich ging ans Meer und weinte
Beim Sonnenuntergang.
Mein Herz ist wie die Sonne
So flammend anzusehn,
Und in ein Meer von Liebe
Versinkt es groß und schön.

Auch schön ist dieses Liebesgedicht von Friedrich Rückert (1788-1866), ein wahres Lobeslied an die geliebte Person:

Du meine Seele, du mein Herz,
Du meine Wonn’, o du mein Schmerz,
Du meine Welt, in der ich lebe,
Mein Himmel du, darein ich schwebe,
O du mein Grab, in das hinab
Ich ewig meinen Kummer gab!
Du bist die Ruh’, du bist der Frieden,
Du bist der Himmel mir beschieden.
Dass du mich liebst, macht mich mir wert,
Dein Blick hat mich vor mir verklärt,
Du hebst mich liebend über mich,
Mein guter Geist, mein bessres Ich!